Die Privathaftpflichtversicherung

Eine private Haftpflichtversicherung braucht jeder. Denn die Gefahr, im täglichen Leben Schaden anzurichten, ist immer gegeben. Wer anderen schuldhaft – also vorsätzlich oder fahrlässig – einen Schaden zufügt, haftet per Gesetz (§ 823 BGB) in unbegrenzter Höhe. Dies gilt für einen eiligen Fußgänger, der eine Massenkarambolage verursacht genauso wie für Kinder, die mit Feuer spielen und dabei einen Großbrand auslösen.

Wer ist versichert ?

  • Sie als Antragsteller (Versicherungsnehmer)
  • Ehegatte oder in häuslicher Gemeinschaft lebender Lebenspartner des Versicherungsnehmers
    Hinweis:
    Existieren für beide Partner Policen, kann der jüngere Vertrag aufgehoben werden. Im verbleibenden Vertrag sollten beide Partner namentlich genannt sein.
  • Kinder des Versicherungsnehmers bzw. des Lebenspartners:
    Versicherer machen keinen Unterschied, ob es sich um leibliche Kinder, Stief-, Adoptiv- oder Pflegekinder handelt. Der Versicherungsschutz für Kinder endet, sobald sie heiraten oder ihre erste Berufsausbildung abgeschlossen haben. Viele Versicherer berücksichtigen, dass Kinder nach einer Berufsausbildung häufig noch studieren. Der Versicherungsschutz umfasst dann beide Ausbildungsabschnitte. Ein Zweit- oder Promotionsstudium wäre aber nicht mehr beinhaltet.
    Auch während des Militär- oder Zivildienstes bleibt der Versicherungsschutz bestehen.
  • Hauspersonal, für die Dienste, die im Auftrag des Versicherungsnehmers wahrgenommen werden. (z.B. Kindermädchen, Putzfrau, Gärtner)

Welchen Schäden sind versichert ?

Eine private Haftpflichtversicherung deckt die wichtigsten Risiken des Alltags ab, kleinere sowie große Schäden. Etwa wenn Sie als Besucher das Rotweinglas verschütten und der Teppich Ihres Gastgebers sich rot einfärbt oder aber jemand vor Ihrem Einfamilienhaus im Winter auf der nicht gestreuten Einfahrt ausrutscht.

Bis zu den vertraglich genannten Höchstsummen (Deckungssummen) übernehmen die Haftpflichtversicherer die Schadenersatzleistungen bei:

  • Personenschäden (Verletzung, Tod)
  • Sachschäden (Beschädigung oder Zerstörung)
  • allen Vermögensschäden infolge Personen- oder Sachschäden (finanzielle Schäden als Folge eines Personen- oder Sachschadens)
  • reinen Vermögensschäden, allerdings mit vielen Ausnahmen und mit eingeschränkten Deckungssummen (reine finanzielle Schäden, ohne dass ein Personen- oder Sachschaden vorangegangen ist. Beispiel: Man hat ein anderes Fahrzeug zugeparkt. Dadurch verpasst der Geschädigte einen wichtigen Termin, wodurch ihm nachweislich ein großes Geschäft platzt).

Geltungsbereich der private Haftpflichtversicherung ?

Der Vertragsschutz gilt im In- sowie Ausland – dort allerdings nur befristet (innerhalb Europas meist bis zu einem Jahr). Wer länger ins Ausland geht, muss mit seinem Versicherer besondere Vereinbarungen treffen, damit der Versicherungsschutz bestehen bleibt. Die private Haftpflichtversicherung gilt dann nicht nur während Urlaubsreisen, sondern auch auf Dienst- oder Geschäftsreisen ins Ausland, wenn Sie als Privatperson einen Haftpflichtschaden verursachen.

Was ist nicht versichert ?

  • Schäden, die der Versicherungsnehmer selbst oder nahe Angehörige, die mit ihm in häuslicher Gemeinschaft leben oder im gleichen Vertrag mitversichert sind, erleiden
  • Schäden, die der Versicherungsnehmer vorsätzlich herbeigeführt hat(grob fahrlässig verursachte Schäden sind jedoch mitversichert)
  • Schäden an gemieteten oder geliehenen Sachen, mit Ausnahme von Sachschäden an gemieteten Wohnräumen. Hier gelten jedoch abweichende Versicherungssummen.
  • Sachschäden durch allmähliche Einwirkung von Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Niederschlag, Gas, Dampf, Rauch, Ruß
  • Schäden, die im reinen Verlust eines Gegenstandes bestehen, dieser also weder zerstört noch beschädigt wurde.
  • Schäden, die dadurch entstehen, dass der Versicherungsnehmer gefahrdrohende Umstände nicht beseitigt hat, obwohl der Versicherer ihn dazu aufgefordert hat.
  • Bußgelder und Geldstrafen, Schadenersatzansprüche wegen Beleidigung oder Verleumdung.

Sonderfälle der Privathaftpflichtversicherung

Für nachfolgende Bereiche ist der Abschluss einer Spezial-Policen erforderlich, da diese Risiken nicht unter die private Haftpflichtversicherung fallen:

  • Tierhalter (Hunde, Pferde)
  • Wassersport (Bootsbesitzer)
  • Haus- und Grundbesitzer (Mehrfamilienhäuser, vermietete Einfamilienhäuser)
  • Gewässerschaden (Öl-Tankbesitzer)
  • Jagd (Pflichtversicherung für Jäger)
  • Bauherren (bei hohen Bausummen)
  • KFZ

Was leistet die Privathaftpflicht-Versicherung ?

  • Prüfung der Schadenersatzpflicht
    Nach einem Schadenfall prüft der Versicherer– natürlich auch im eigenen Interesse – ob der Kunde tatsächlich schadenersatzpflichtig ist.
  • Abwehr unberechtigter Ansprüche
    Unberechtigte Ansprüche werden durch den Versicherer abgewehrt, wenn nötig auch vor Gericht. Anfallende Gerichts- und Anwaltskosten trägt die Versicherung.
  • Schadenersatzleistung berechtigter Ansprüche
    zum Beispiel:
    • Verursachung eines Verkehrsunfalls als Radfahrer oder Fußgänger (nicht aber als Benutzer eines KFZ)
    • Schäden durch Vernachlässigung der Aufsichtspflicht über minderjährige Kinder
    • Mieter oder Eigentümer eines selbstgenutzten Einfamilienhauses, wenn sie ihre Verkehrssicherungspflicht (z.B. Schneeräumen) vernachlässigen.
    • Tierhalter von Haustieren, die zahm sind und privat gehalten werden, wie beispielsweise Katzen, Meerschweinchen, Kanarienvögel und Bienen.
    • Bauherren kleiner Bauvorhaben.
      HINWEIS: Bauherren sollten in bestehenden Privat-Haftpflichtverträgen prüfen, bis zu welcher Bausumme Bauvorhaben als mitversichert gelten.